Helft uns Helfen e.V. 

 

Mein Name ist Ariadne Schmitz. Als Tochter griechischer Eltern bin in Konstanz geboren und aufgewachsen. Seit der Gründung unseres Vereins Helft uns Helfen e.V. bin ich im Vorsitz. Erst als 2. Vorsitzende und seit 2004 als
1. Vorsitzende. Von Beginn an bin ich auch für die Finanzen zuständig.

 

Nach der Geburt meiner beiden Kinder fand ich es an der Zeit, mich ehrenamtlich zu engagieren.

 

Es ergab sich, dass eine Bekannte mehrere Freunde zusammentrommelte, um für ein Kinderprojekt in Nicaragua Sachspenden zu sammeln. Dadurch trafen wir uns über einen längeren Zeitraum, um die benötigten Dinge und den Transport zu organisieren.

 

 

Damals noch ohne Internet und Kommunikation per Rundmail hieß es, stundenlang zu telefonieren, um die Helfer zu koordinieren. 

 

Unser Verein hat um die 40 Mitglieder aber die Helfer, Paten und Spender können wir gar nicht zählen, so viele haben uns in all den Jahren unterstützt.

 

Ob es darum geht, einen LKW für die Weihnachtsmarkthütte zu stellen, Kuchen für das Kinderfest zu backen, im Sturm den Stand auf- oder abzubauen, die Waren aufzufüllen, zusätzliche Helfer zu organisieren, Waffeleisen zur Verfügung zu stellen, Gratiskonzerte zu geben oder die Räumlichkeiten für ein Benefizkonzert bereit zu stellen, die Kinder oder die Haustiere zu hüten, damit man sich um die Vereinsarbeit kümmern kann und und und …

 

 – dass es für so viele Menschen selbstverständlich ist zu helfen, dafür können wir nur dankbar sein.

 

Mitglieder unseres Vereins gingen auf eigene Kosten nach Nicaragua und - statt Ferien zu machen - bauten sie mit viel Körperkraft und mit Hilfe der Bewohner aus den Vierteln Klassenzimmer, einen Vorratsraum, einen Speisesaal, eine  Küche, WCs und Mauern als Diebstahlschutz. Zuvor gab es an dieser Stelle nur ein Wellblechdach auf vier Pfosten und die Kinder brachten ihre Stühle von zu Hause mit.

 

Zur gleichen Zeit begannen wir auch damit, Freiwillige in unsere Projekte zu schicken. Erst in die Schulen und später auch in unser Umwelterziehungsprojekt, das wir zusätzlich auf der nicaraguanischen Insel Ometepe unterstützten.

 

Es ist unglaublich, welche Chancen sich für die jungen Menschen ergeben, wenn sie ein freiwilliges Jahr in armen Ländern verbringen. Es eröffnet eine vollkommen andere Sicht auf das Leben und kann so vieles bewirken.

 

Zum Beispiel hat eine Rückkehrerin aus unserem Umwelterziehungsprojekt auf der Insel Ometepe in Nicaragua, Romy Nissel,  ein Stipendienprojekt ins Leben gerufen und unserem Verein angegliedert. Über 60 jungen Menschen aus ganz armen Familien wurde und wird dadurch eine Ausbildung ermöglicht.

 

Auch hat sie eine Schulpartnerschaft zwischen ihrer ehemaligen Schule, der Geschwister-Scholl-Schule (GSS) in Konstanz und der Schule Jaime Marza in Balgüe auf der Insel Ometepe initiiert.

 

Die GSS sammelt inzwischen seit vielen Jahren Geld für die Partnerschule und übernimmt Patenschaften für Stipendien.  Die Hauptspenden kommen dabei über die immer wieder stattfindenden Nicaragua-Läufe zusammen.

 

2009 war ich gemeinsam mit meiner Tochter und mit einigen Lehrern und Schülern der GSS auf der Insel Ometepe zum Besuch der Partnerschule. Bei dieser Reise konnte ich alle Kontaktpersonen persönlich kennen lernen und unsere unterstützten Projekte sehen. Es waren sehr schöne und interessante Begegnungen.

 

Ebenfalls aus Konstanz von derselben Schule kommend,  war Selina Sauter in Nicaragua. Als sie zurückkam, hat sie erreicht, dass auf der Insel Ometepe in einem Dorf unterernährte Kinder über mehrere Jahre ein gesundes Frühstück erhalten.

 

Räumlich sind inzwischen viele ehemals Freiwillige und Mitglieder getrennt. Sie sind weggezogen, haben geheiratet und Kinder bekommen oder studieren in einer anderen Stadt, aber persönlich sind sie immer noch mit unserem Verein und den Projekten verbunden und sammeln an ihren Wohnorten Spenden, helfen bei Übersetzungen von Texten oder übernehmen Patenschaften, um unsere Projekte zu unterstützen. Die heutigen Kommunikationsmöglichkeiten helfen uns dabei sehr.

 

Die Zusammenarbeit mit Schulen in Konstanz ist uns enorm wichtig. Ein gutes Beispiel ist die Grundschule Allmannsdorf, die seit 2002 mit viel Engagement tolle Spendenaktionen macht. Es geht dabei nicht nur um die gesammelten Gelder. Das Thema Nicaragua wird über das ganze Jahr in den Unterricht eingebettet. Die Kinder erfahren, wie es Kindern in anderen Ländern geht und dass sie etwas tun können um zu helfen. 

 

Wir bemühen uns darum, an unsere Projekte verlässlich die benötigten Gelder zu schicken. Keiner von uns erhält einen Cent und wir kommen mit minimalsten Verwaltungskosten aus.

 

Die aktuelle Situation macht es natürlich besonders schwierig. Keine der Veranstaltungen, die uns bisher Einnahmen brachte, konnte stattfinden. Wir haben viele liebe Dauerspender aber das reicht nicht aus und alles andere ist jedes Jahr ein großes Überraschungspaket. Da gibt es mal die eine oder andere Geburtstagsfeier und statt Geschenke wünschen sich die Jubilare Spenden an uns oder zu einer Beerdigung wird um Geld für den Verein gebeten.

 

Speziell in unserem Fall war das Thema Nicaragua in vergangenen Jahren wegen der damaligen Revolution in den Medien und in Deutschland sehr präsent. Viele zog es damals in dieses Land und einige leben seit dieser Zeit sogar noch dort. Inzwischen ist es aber in Vergessenheit geraten und wurde zu einem Land wie jedes andere. Also kein Grund mehr, besonders dafür zu Spenden. Auch hat sich in den letzten Jahren die Tendenz entwickelt, dass viele Institutionen nur noch für Projekte im Inland spenden zu wollen. Das macht es uns zusätzlich schwer.

 

Fördergelder könnten helfen, aber die erhält man nicht für laufende Kosten und Gehälter.  Gerade musste ein undichtes Dach repariert werden. Dafür gäbe es Fördermöglichkeiten, aber um diese zu beantragen, bleibt keine Zeit. Es muss schnell gehen, denn die Regenzeit kommt. Also versuchen wir, auf Spendenplattformen mitzumachen und nutzen Betterplace oder die Seite der Sparkasse Bodensee mit ihrer Aktion Einfach. Gut. Machen. und freuen uns über jeden Euro, der darüber gespendet wird.

 

Den Kindern und ihren Familien in großer Armut, die keinerlei soziale Sicherung und Unterstützung erhalten und die bei häufig vorkommenden Unwettern, Erdbeben und politischen Unruhen vieles verlieren eine Chance zu geben, macht uns glücklich und wir setzen alles daran, dass wir das auch weiterhin so gut hinbekommen.

 

 

Ariadne Schmitz

www.helft-uns-helfen.de